Diskriminierungskritische Praxis

Unterschiede wahrnehmen. Macht reflektieren. Handlungsspielräume erweitern.

Unterschiede sind in Gruppen und Beratungsprozessen immer präsent. Sie können verbinden, irritieren, produktiv werden – oder trennen.

Geschlechtliche Zuordnung, sozio-ökonomische Bedingungen, rassifizierte Zuschreibungen, Behinderung, Alter, sexuelle Orientierung, Religion und weitere Differenzlinien prägen Wahrnehmungen, Zugehörigkeiten und Handlungsspielräume.

Sie wirken dabei nicht nur zwischen Personen, sondern auch in Gruppen, Organisationen und gesellschaftlichen Strukturen.

Wie können Trainter:innen, Berater:innen, Coaches und Supervisor:innen diese Dynamiken wahrnehmen und professionell bearbeiten?

Die diskriminierungskritische Zusatzqualifikation verbindet Selbstreflektion, Wissen und konkrete Handlungskompetenz.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie gesellschaftliche Macht- und Ungleichheitsverhältnisse in Gruppen und Beratungsprozessen wirksam werden – und wie wir sie in unserer professionellen Rolle berücksichtigen können.

Dabei arbeiten wir mit der eigenen Positionierung, mit realen Fällen aus der Praxis und mit der Gruppe als Lern- und Untersuchungsraum.

Die Zusatzqualifikation wird in zwei Modulen angeboten mit sechs Monaten Transferzeit. Dies bietet die Möglichkeit, Reflexionen und Erlerntes in der Praxis zu erproben und weiterzuentwickeln, um es in dem zweiten Modul konkret zu bearbeiten.

Ziel der Zusatzqualifikation ist es eine diskriminierungssensible Professionalität zu entwickeln. In der Praxis bedeutet dies, die eigene Wahrnehmung und Beobachtungskompetenz zu erweitern, Unsicherheit auszuhalten, die eigene Positioniertheit mitzudenken und handlungsfähig zu bleiben.

Die eigene Wahrnehmung und Beobachtungskompetenz zu erweitern, Unsicherheit auszuhalten, die eigene Positioniertheit mitzudenken und handlungsfähig zu bleiben.

Ziel dieser Zusatzqualifikation ist es, eine diskriminierungssensible Professionalität zu entwickeln. Dazu haben wir die folgenden drei Elemente konzipiert:

Modul 1: Sensibilisierung & Selbstreflexion (2,5 Tage)

Wo stehe ich selbst im gesellschaftlichen Feld? Welche Zugehörigkeiten, Privilegien und Ausschlusserfahrungen bringe ich mit? Wie prägen sie meine Wahrnehmung und mein professionelles Handeln?

Wir beschäftigen uns mit:

  • Grundlagen von Diskriminierung und gesellschaftlichen Machtverhältnissen
  • Positionierung, Privilegien und Zugehörigkeiten
  • Intersektionalität und Mehrfachpositionierungen
  • Alltags- und struktureller Diskriminierung
  • Sprache und Macht
  • Konformitätsdruck und Gruppendynamik

Im Sinne der Gruppe als Lern- und Untersuchungsraum untersuchen wir: Was geschieht hier? Welche Unterschiede werden relevant? Welche Dynamiken entstehen – und wie sind wir selbst darin positioniert?

Transferphase: Erproben - reflektieren - weiterlernen (ca 6 Monate)

Zwischen den Modulen wird das Gelernte in die eigene Praxis übertragen.

Die Teilnehmenden:

  • erproben diskriminierungssensibler Mikrointerventionen in eigener Praxis
  • arbeiten in Peergruppen und Lerntriaden,
  • nutzen kollegiale Beratung in Intervisionstreffen
  • sammeln herausfordernden/gelungenen Momenten mit Blick auf Diskriminierung für Modul 2

Die Erfahrungen aus der Praxis werden im zweiten Modul wieder aufgegriffen.

Modul 2: Anwendung & Intervention (2,5 Tage)

Wie kann ich Diskriminierungsdynamiken in einer Gruppe oder einem Beratungsprozess erkennen und ansprechen? Wie kann ich intervenieren, ohne zu entdifferenzieren?

Im Mittelpunkt stehen:

  • Kontrakt- und Settinggestaltung
  • Umgang mit Widerstand, Scham, Abwehr und Emotionalität
  • Interventionen bei Grenzverletzungen und Diskriminierung
  • Das Ansprechen von Diskriminierungserfahrungen
  • Macht und eigener Bias in der professionellen Rolle
  • Diskriminierungskritische Anpassung von Methoden und Tools
  • Diskriminierungssensible Prozessdiagnose
  • Arbeit mit konkreten Fällen aus der Praxis

Wir arbeiten mit Fallvignetten, Intervision, Rollenspielen und eigenen Fällen und erproben unterschiedliche Interventionsmöglichkeiten.

Die Zusatzqualifikation verbindet drei Ebenen:

Wissen
Diskriminierungsformen, Intersektionalität, Alltags- und strukturelle Diskriminierung, Mikroaggressionen, institutionelle Diskriminierung.

Haltung
Reflexion der eigenen Positionierung, Macht- und Differenzsensibilität, Ambiguitätstoleranz, Fehlerfreundlichkeit und Verantwortungsübernahme.

Praxis
Kontrakt- und Settinggestaltung Sprache und Rahmung, Diskriminierungssensible Prozessdiagnose, Intervention, sowie der professionelle Umgang mit Widerstand und Irritation.


Mehr Infos zur Diskriminierungskritische Praxis

Umfang und Zertifizierung

2 × 2,5 Tage Präsenz · ca. 6 Monate Transferphase · Peer-Learning und Praxisaufgaben

Abschluss mit einer schriftlichen Fallreflexion und einem Follow-up.

Bei vollständiger Teilnahme und entsprechender Fallarbeit erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat über die diskriminierungskritische Zusatzqualifikation.

Leitung: zwei Trainer*innen
Gruppengröße: ca. 10–18 Personen

Leitung

Info zu Conny und der anderen fehlen

Teilnahmevoraussetzungen

Die Zusatzqualifikation richtet sich an:

  • Coaches und Supervisor*innen
  • Berater*innen
  • Gruppendynamische Trainer*innen in Ausbildung und Gruppendynamische Trainer*innen
  • Teilnehmende entsprechender Aus- und Weiterbildungen
  • Fortbildner*innen
  • Gruppendynamische Trainer*innen in Ausbildung und Gruppendynamische Trainer*innen

Vorausgesetzt werden praktische Erfahrungen bzw. eine Ausbildung in einem der genannten Felder, die Bereitschaft zur Selbstreflexion und die Arbeit mit eigenen Praxisfällen.

Inhalte und Lernformen der Weiterbildung

Sie finden genauere Informationen zu Inhalten und Lernformen direkt bei den jeweiligen Modulen: Leiten und Beraten, Coaching und Aufbauweiterbildung Supervision.

Kursabschnitte und Termine

16.–18. April 2027
22.–24. Oktober 2027

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