Zirkuläres Fragen

Jedes Verhalten von Menschen kann von Berater/innen als kommunikativer Akt verstanden werden. Das heißt, bei allem, was ein Mensch tut, kann man fragen, was dieses Verhalten einem anderen Menschen sagt. Dadurch erfahren die Handelnden etwas darüber, wie ihr Handeln wirkt oder ankommt. Man kann eine Person auch selbst fragen, wie er oder sie vermutet, dass ihr Handeln bei anderen ankommt. Das Entscheidende beim zirkulären Fragen ist, dass eine echte oder imaginierte Feedback-Situation geschaffen wird, die es beim direkten Fragen („Warum machst du das?“) nicht gibt. Die Systemmitglieder werden zirkulär, „im Kreis“, gefragt, damit sie etwas Neues übereinander erfahren können und Rückmeldungen erhalten. Beispiele: „Für wen ist denn das, was Ihr Chef vorhat, hier am ehesten ein Problem?“ „Was denken Sie, wie es auf Herrn A wirkt, wenn Frau B sich so verhält?“

 

Mehr lesen: von Schlippe, Arist/Schweitzer, Jochen (2003): Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung, 10. Auflage, Göttingen: Vandenhoeck & Rupprecht.

Ebbecke-Nohlen, Andrea (2017): Einführung in die systemische Supervision, 4. Auflage, Heidelberg: Carl-Auer Verlag.