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Kommunikationsorientierte Systemtheorie nach Niklas Luhmann
Der zweite Ansatz von wesentlicher Bedeutung für systemische Supervision ist die Theorie des Soziologen Niklas Luhmann.
Folgende Merkmale definieren hier soziale Systeme:
- Systeme entstehen durch die „Differenz von System und Umwelt“ (Luhmann 1984, S. 35). Die Figur (System) wird erst auf dem Hintergrund (Umwelt) unterscheidbar. Diese Unterscheidung trifft ein Beobachter nach seinen eigenen subjektiven Kriterien. Zentraler Fokus ist hier die Abgrenzungsleistung von der Systemumwelt.
- Elemente als kleinste Einheiten in einem System sind Kommunikationen. Ein Team, eine Familie zum Beispiel konstituiert sich aus sprachlichen und nicht sprachlichen Kommunikationsereignissen von kurzer Dauer, die von anderen Kommunikationen abgelöst werden (vgl. Luhmann 1984, S. 240).
- Soziale Systeme sind selbstreferentiell, das heißt, die Elementedes Systems werden durch das System selbst erzeugt. Luhmann setzt diese Selbstreferentialität gleich mit Autopoiese, was auch mit der Fähigkeit zur Selbsterzeugung und Selbsterhaltung übersetzt werden kann.
Jedes soziale System reduziert die Komplexität, um sich zu erhalten. Aus der Vielzahl möglicher Kommunikationen werden in einem System nur bestimmte Kombinationen zugelassen (vgl. Luhmann 1984, S. 45 ff.).
Ein Beobachter kann die Struktur des Systems anhand folgender Kennzeichen beurteilen:
- Umgang mit internen/externen Grenzen
- Umgang mit offenen/verdeckten Regeln
- Ausbildung spezifischer Kommunikations- und Beziehungsmuster
