Intervention

Jedes absichtliche auf eine Wirkung zielende Eingreifen in den Prozess oder in die Struktur der Gruppe, verbal oder nonverbal – sogar durch auffälliges Schweigen – lässt sich als eine Intervention bezeichnen. Sie regt des psychosoziale Kraftfeld an oder dämpft es und bewirkt Veränderung, zum Beispiel der Ebene, der Perspektive, des Zusammenhalts oder der Differenzierung im Prozess der Gruppe. Die Wirksamkeit einer Intervention hängt wesentlich zusammen mit ihrer rationalen Schärfe und ihrer emotionalen Kontur (nach OttoHürter).

Außerdem wirkt eine Intervention durch einen sorgfältig gesetzten „Einfallswinkel“, die Dosierung: Ist der Winkel zu flach, das heißt, ist die Intervention zum Beispiel zu leise, vorsichtig oder blass, geschieht gar nichts; sie bleibt wirkungslos. Ist der Winkel hingegen zu steil, das heißt zum Beispiel zu früh, zu tief, zu entblößend usw., entsteht Widerstand und Kränkung. Die Beziehung wird nur belastet, aber nicht belebt und angeregt. Auch Status und Rolle der intervenierenden Person innerhalb der Gruppe sind für die Wirksamkeit prägend. Das richtige Timing, das Gespür für den besten Zeitpunkt („Kairos“) ist eine Kunst. Nicht zu früh, nicht zu spät – der rechte Augenblick bestimmt die Wirkung.