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Organisationsentwicklung
Personalentwicklung
Supervision
Interventionssystematik und -regeln nach Otto und Elisabeth Hürter
- Man lernt intervenieren nur, wenn man es tut und indem man die eigenen und fremden Interventionen genau anschaut.
- Bei Interventionen ist zu bedenken, ob ein Prozess angestoßen wird, der außer Kontrolle geraten kann.
- Wer es kann, sollte die in der Gruppe ausfallenden Funktionen so lange übernehmen, bis es die Gruppe selber kann (z.B. destruktive Aggressionen kanalisieren; nicht zu schnelle oder zu schleppende oder zu unklare Entscheidungen fällen).
- Geht eine Intervention daneben, kann man die Reaktion bearbeiten ("nachfassende Intervention")
- Die Risikobereitschaft kann man vorwärts bringen, in dem einer (LeiterIn oder TeilnehmerIn) Risikobereitschaft zeigt. Wenn die Risikobereitschaft zu hoch ist, kann man intervenieren, indem man zeigt, dass es auch sanfter geht.
- Durch Beobachten von Interventionen und ihren Auswirkungen bei sich und bei anderen lernt man, diese Auswirkungen vorausschauend einzuschätzen.
- Mit jeder Intervention werden frühere Normen bestätigt oder neue gesetzt. Es entstehen immer Normen, oder es werden alte stabilisiert.
- Für die Wirksamkeit einer Intervention ist ihr Zeitpunkt (Timing) entscheidend: Vorzeitig, zu spät, rechtzeitig.
- Bei strukturierenden Interventionen sollte man Überstrukturieren vermeiden.
- Die Intervention bekommt am ehesten den Zuschlag, bzw. wird wirksam, die am stärksten die vorherrschenden, teilweise unterschwelligen Trends aufgreift.
- Die Wirksamkeit von Interventionen beruht darüber hinaus auf Abhängigkeit bzw. Gegenabhängigkeit und auf Interdependenz, hängt also auch mit der Entwicklungsphase der Gruppe zusammen. (s. Phasenmodelle)
- Die Pausenintervention ist eine der wirksamsten.
- Interventionen sollten letztlich realitätsorientiert sein und nicht phantasieorientiert. Sie sollten die Phantasien nicht anblasen (Vernebelungsinterventionen)
- Es gibt keine nichtwertenden Interventionen. Deswegen, falls erforderlich, Klären des Bewertungshintergrundes.
- Es gibt differenzierende (progressionsfördernde) und entdifferenzierende (regressionsfördernde) Interventionen.
- Es gibt Interventionen, die erstens auf einzelne, zweitens auf die Gruppe, drittens auf eine Institution gerichtet sind (Drei Ebenen der Intervention).
- Es gibt angststeigernde und angstmindernde Interventionen
- Eine Intervention ist um so wirksamer, je mehr sie von rationaler Schärfe und emotionaler Kontur geprägt ist. (vgl. v.a. Konfrontationen)
- Die Konfrontation ist ein gesteuerter Konflikt zwecks Klärung der Situation.
- Es gibt verbale und nonverbale Interventionen.
- Starres Verhalten von einzelnen und Gruppen ist immer ein großes Ausrufezeichen. U.U. ist eine Situations- und/oder Prozessanalyse fällig.
- Die Tiefe einer Intervention ist angemessen einzurichten (abhängig von Zeit, Phase des Prozesses, Belastbarkeit)
- Die Dialektik von Gruppenprozessen ist zu berücksichtigen (Ambivalenz, Pro und Regression)
- Je weniger ambivalent interveniert wird, um so wirksamer ist die Intervention.
- Es gibt 1. Überlch-, 2. Ich-, 3. Es-zentrierte- Interventionen.
- Moralisierende (= Über-ich-zentrierte) Interventionen erzeugen Abwehr und verstärken u.U. das unerwünschte, negative Verhalten.
- Jede(r) entwickelt über die Zeit ein charakteristisches Interventionsprofil mit bestimmten Vorlieben, aber auch Defiziten.
- Interventionen können, bezogen auf die einzusetzende Energie, eingeteilt werden in solche auf 1. niedrigem, 2. mittlerem, 3. hohem Energieniveau.
- Den Prozess und die Struktur einer Gruppe verändernde, und damit labilisierende Interventionen erfordern einen höheren Energieeinsatz als stabilisierende Interventionen (vgl. quasi stationäres Gleichgewicht nach Lewin).
- Der Energieaufwand für verändernde Interventionen ist abhängig von der Komplexität des Zielsystems (einzelner oder Gruppe oder Institution).
- Es kann nicht nicht interveniert werden.
