Psychotherapie

Wir verstehen Therapie als Begleitung bei einem Heilungsprozess. Geheilt werden soll dabei seelisch Krankes, zum Beispiel (nach Sigmund Freud) Störungen der Arbeits-, Kontakt- und Liebesfähigkeit. Die tiefenpsychologischen Methoden beziehen dabei auch unbewusste Prozesse ein, beispielsweise Träume und Übertragung, Abwehr und Widerstand.

Für Fortbildungen ist die Abgrenzung zwischen Therapie und Entwicklung notwendig. In der gruppendynamischen Arbeit wird das Unbewusste zwar auch angeregt, es wird aber nicht gezielt damit gearbeitet. Ausreichende seelische Belastbarkeit und Reflexionsfähigkeit gilt für gruppendynamische Trainings als Voraussetzung. Sind sie nicht vorhanden, ist dies eine Indikation für Therapie.

In der Praxis gibt es allerdings viele Überschneidungen. Einerseits ist der Begriff „seelische Gesundheit“ unscharf. Defizite, Traumata und Entwicklungsbedarf finden sich bei jedem Menschen. Andererseits hat jede Gruppenarbeit, die mit den Arbeitsprinzipien von Hier und Jetzt sowie Feedback arbeitet und auf die die Teilnehmenden sich wirklich einlassen, auch therapeutische, das heißt heilsame Effekte. Hier wird von einer „korrigierenden emotionalen Erfahrung“ („corrective emotional experience“) gesprochen, die sowohl in Therapiegruppen als auch in gruppendynamischen Trainings auftreten kann.

Die Vorahnung – Sorge

Gerüchte über die Bedeutung der verschiedenen Signale, die einen bevorstehenden Wandel ankündigen, gehen um. Es entsteht Sorge, zum Beispiel um die Zukunft des Arbeitsplatzes.

Wichtige Aspekte in dieser Phase sind:

  • Mithilfe von Szenarien kann Sorge als kreative Spannung zu einem gewaltigen Energielieferanten für den Wandel werden.
  • Primäres Ziel ist es, die Mitarbeiter:innen für die Notwenigkeit der Veränderung zu sensibilisieren.
  • Offene, klare und direkte Kommunikation.
  • Durch eine tragfähige Vertrauensbasis Zugang zum informellen Kommunikationssystem der Organisation vermitteln.
  • Tiefer liegende Gedanken und Empfindungen (die verschlüsselten Botschaften des Widerstands) vorsichtig und auf spielerische Weise offenlegen.
  • Schrittweise Annäherung vom Allgemeinen zum Speziellen (die Organisation – die eigene Situation – das eigene Handeln); sorgt für eine differenzierte und sensibilisierte Sicht auf die Veränderung.
  • Tabus in der Gruppe oder in der Organisation anonym und schriftlich an die Oberfläche holen, falls sinnvoll oder notwendig.