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Unterschiedlichkeit als Ressource begreifen: Marc Simon über die Kraft der Gruppendynamik
Wir starten eine Interview-Reihe, in der TOPS-Mitglieder Fragen zu ihrem eigenen Werdegang, der Gruppendynamik und der Zukunft von TOPS beantworten.
Los geht's mit Prof. Dr. Marc Simon. Marc ist Lehrgangsleitung des kommenden Durchgangs von Leiten und Beraten und 2026 Trainer in unseren gruppendynamischen Trainings Beziehungskompetenz und Teamkompetenz.
Wann und wie hast du entdeckt, dass dich Gruppendynamik und Supervision besonders interessieren?
Ich habe relativ früh gemerkt, wie sehr mich die Prozesse zwischen Menschen faszinieren – besonders die unausgesprochenen Muster, Machtverhältnisse und Rollenverteilungen.
Schon während meines Psychologiestudiums und später in verschiedenen beruflichen und privaten Kontexten wurde mir klar, dass Gruppen oft über enorme Ressourcen verfügen, die jedoch erst sichtbar werden, wenn man sie reflektiert.
Dies hat mich motiviert, mich intensiver mit Gruppendynamik und Supervision zu beschäftigen
Wie hat dich dein beruflicher Weg zu TOPS geführt?
Kennengelernt habe ich TOPS ja zunächst als Weiterbildungsteilnehmer. Mein Weg zu TOPS ergab sich aus einer Mischung aus fachlichem Interesse, beruflicher Erfahrung und dem Wunsch nach professioneller Vertiefung.
In meiner Arbeit wurde mir zunehmend bewusst, wie hilfreich eine fundierte gruppendynamische Perspektive ist – sowohl für Teams als auch für Führungskräfte.
TOPS stand für mich für Qualität, Praxisnähe und eine wertschätzende Haltung gegenüber Lernprozessen. So wurde der Schritt dorthin für mich folgerichtig.
Was motiviert dich persönlich in deiner Tätigkeit als Trainer und Supervisor?
Mich motiviert vor allem, Entwicklungsräume zu öffnen: für Menschen, für Teams und für Organisationen. Ich finde es bereichernd zu erleben, wie Gruppen eigene Lösungen entwickeln, Klarheit gewinnen und neue Handlungsmöglichkeiten entdecken.
Die Rolle als Begleiter – nicht als Wissensvermittler, sondern als Ermöglicher – empfinde ich als besonders sinnstiftend.
Was können Teilnehmende deiner Meinung nach aus dem gruppendynamischen Labor in die Welt da draußen mitnehmen?
Teilnehmende nehmen vor allem ein geschärftes Bewusstsein für sich selbst und das Zusammenspiel in Gruppen mit. Sie lernen, wie sie wirken, wie sie Beziehungen gestalten und wie sie Dynamiken konstruktiv nutzen können.
Dazu gehört auch die Fähigkeit, Konflikte früher zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und mutiger zu handeln – sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext.
Welche gesellschaftliche Bedeutung hat Gruppendynamik aus deiner Sicht?
In einer Zeit, in der Polarisierung und Unsicherheit zunehmen, wird die Fähigkeit, Gruppenprozesse zu verstehen und zu gestalten, immer wichtiger.
Gruppendynamik trägt dazu bei, Dialogfähigkeit zu stärken, Zusammenarbeit zu fördern und demokratische Prozesse lebendig zu halten. Sie unterstützt Menschen darin, Unterschiedlichkeit als Ressource statt als Bedrohung zu begreifen.
Was wünscht du TOPS für die Zukunft?
Ich wünsche TOPS, dass wir weiterhin ein Ort bleiben, an dem neugierig geforscht, beherzt experimentiert und respektvoll gestritten werden darf.
Gleichzeitig wünsche ich uns für TOPS, dass wir neue Menschen anziehen, die die gruppendynamische Haltung weitertragen – in die Gesellschaft, in Organisationen und in die nächste Generation von Trainerinnen und Trainern.



