Das Minilab war eine große Reise in die Welt der Agilität, gewürzt mit Essenzen der Gruppendynamik.

Bernhard Dobbe (Personalratsvorsitz Pfalzklinikum) zum Workshop/Mini-Lab Gruppendynamik agil 2023

Kontakt und Ansprechpartner:TOPS München-Berlin e. V. Training - Organisationsentwicklung - Personalentwicklung - Supervision Bildungsangebote für fachliches Lernen und persönliche Entwicklung

Als ich die Ausschreibung zu diesem „Mini-Lab: Gruppendynamik agil“ entdeckte, war mir sofort klar, dass es mit kompetentem Trainer gelingen würde, hier die Brücke zwischen Gruppendynamik und Agilem Arbeiten zu schlagen. Und: Ich wurde nicht enttäuscht!

Mich erwartete ein fachliches und emotionales Lernen in der Gruppe durch Begegnung, Kennenlernen, respektvollem Feedback und Zusammen (er-)arbeiten (mit Blick auf unsere berufliche Herkunft, aktuelle berufliche Konstellationen) mit Blick auf die in aller Munde herbeigeschworene heilsversprechende agile Arbeitswelt.

Gelockt hat mich auch die Sicht auf meinen persönlichen Arbeitskontext in psychiatrischen Arbeitsfeld, konkret mit neuen Konzepten/ Versorgungsmodellen mit weitreichendem Einfluss nicht zuletzt auf Teamarbeit und das angemessene Führungsverständnis. Große Herausforderungen mit neuen Rahmenbedingungen und auch noch vielen offenen Fragen. Vorab klar war mir, hier keine Heilsversprechen und Rezepte zu bekommen, sondern wichtige Orientierungsrahmen/ Entwicklungsimpulse mitnehmen zu können, u.a. für das Lernen im multiprofessionellen Team mit der Vielfalt an Erfahrungen und Haltung. Nicht zuletzt dann das Signal, dass nur das Arbeiten auf Augenhöhe und gute agile Führung Antworten und Lösungen findet.

Im Lab wurden dann Chancen agilen Arbeitens, aber auch die Herausforderungen, Hindernisse und Grenzen (auch mit Blick auf den Kontext und die Führung) greifbarer.

Wir Teilnehmer kamen aus völlig unterschiedlichen uns auch fremde Organisationen (Kirche, IT-Branche, Sozial- und Gesundheitswesen). Möglich machte dies dann ein verstiefendes übergreifendes Verständnis von Teamarbeit und Führung.

Bereits hier gelang es, das Grundverständnis der Gruppendynamik anhand des „gruppendynamischen Eisbergs“ auch mit dem Geschehen unterhalb der Wasseroberfläche (des direkt sichtbaren) zu erzeugen. Wohldosiert, ansteckend und immer mit Leichtigkeit und auch Freude an der Entdeckung neuer Ufer. Als Orientierungshilfe für das Sicherstellen der Arbeitsfähigkeit von Teams: „Arbeitsfähigkeit wird erzeugt, wenn jeder seinen Platz findet“. Und dies in der immer größeren Pendelbewegung zwischen dem Ich und dem Wir des Teams!

Wir entdeckten die bekannten Organisationskonzepte nochmal neu mit ihren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Hintergründen, ihren Gründerpersönlichkeiten, deren Impulse auf immer wieder neue Entwicklungen.

In der Kürze der Zeit gelang es, einen tragfähigen Beziehungsrahmen für das gemeinsame Arbeiten herzustellen, individuelles Lernen und das Lernen in diesem neuen Team möglich zu machen. Die wohldosierte Aufforderung der Seminarleitung an die TeilnehmerInnen, gemeinsam nächste Lerninhalte und die dafür notwendige Arbeitsform zu klären, war schon ein Modell für agile Führung. Wichtig war das Vorhalten auf jederzeit mögliche fachliche Inputs, systematisch, übersichtlich, souverän, einfach passend!

Ein weiterer hilfreicher Satz lautete: „Gemeinsam sind wir stark und unterschiedlich sind wir klug.“

Uns einzeln und als Gruppe gestellte Aufgaben machten es neben der Entdeckung des großen Potentials agilen Arbeitens und Führens auch möglich, kritische Grenzen dieses Modells zu entdecken, ohne die großen Chancen zu vernachlässigen, auch an die Führung: „Nicht alles ist delegierbar“.

Zu entdecken gab es dazu auch unser persönliches Delegationslevel als Teamleitung. Mit Orientierungsmöglichkeiten zum eigenen weiteren Wachstum als Führungskraft.

Profile erfolgreicher Teams mit ihren Rollen wurden vorgestellt, hier auch mit dem Verweis auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse. Gut, dass es diese auch dabei gibt.

Klar wurde mir, dass Organisationskulturen auch unsere Team-Kommunikation beeinflussen. Im Sozialsektor z.B. der große Fokus auf das „reflektierende Ich“. Vielleicht nicht immer ausreichend für das Andocken an geeignete und geklärte nächste Entwicklungsschritte mit mehr Team und agiler Führung?

Das Minilab war eine große Reise in die Welt der Agilität, gewürzt mit Essenzen der Gruppendynamik, gekocht vom Spitzenkoch Hubert Kuhn (der uns in seine Töpfe gucken ließ) und mit großem Genuss gegessen. Das macht Lust auf mehr!

Unsere nächsten Workshops:

Gruppendynamik agil 2024

Drei intensive Workshop-Tage für alle, die Gruppendynamik in agilen Teams erleben und besser verstehen wollen
31.10.2024 – 02.11.2024
Kloster St. Josef - Wildbad 1, 92318 Neumarkt i. d. OPf.
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