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Muster versus Kausalität
Systemiker:innen sind weniger an Kausalität interessiert als an der Beschreibung von Mustern. Kausalität bringt eine Verlaufsordnung in die Dinge. Diese Wirkung A beobachte ich, weil diese Ursache B sie hervorgebracht hat. Muster bringen dagegen eine funktionale Ordnung in die Dinge: Immer wenn ich A beobachte, beobachte ich auch B. A scheint eine Funktion von B zu sein. So fragen Systemiker:innen weniger danach, was oder wer ein Problem verursacht hat, als danach, wofür das Problem eine Funktion erfüllt, in welches Muster es passt.
Beispiel: Das Team einer Kita leidet unter dem starren Korsett, das der minutiös ausgetüftelte Tagesplan allen Mitarbeitenden vorgibt. Die Suche nach einer Ursache dieses Leidens würde unter Umständen zur Leitung führen, die diese Tagespläne aufstellt und – von Hypothesen aller Art ausgehend, darin ihr neurotisches Kontrollbedürfnis befriedigt.
Systemiker:innen würden nun fragen, welche Funktion im System diese Tagespläne erfüllen. Gerade weil sie so rigide den Tag durchtakten, ersparen sie dem Team viele Auseinandersetzungen, etwa: Was ist jetzt gerade dran? Welche Tätigkeit ist wichtiger als eine andere? Wer darf wann Pause machen? Wer muss aus pädagogischen Gründen einmal überziehen? Das Muster vermeidet also mögliche Konflikte. Das ist seine Funktion. Es kommen sicher viele Ursachen zusammen, damit dieses Muster aufrechterhalten wird. Für die systemische Beratung genügt es aber, das Muster und seine Funktion als solche anzusprechen.
