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Supervision
Selbstorganisation
Mit dem Begriff „Selbstorganisation“ wird heute eine seit etwa 40 Jahren bestehende Forschungstradition bezeichnet, die ganz unterschiedliche und voneinander unabhängige Wurzeln in naturwissenschaftlichen Forschungsbereichen hat Selbststeuerung
Bei der Frage nach der Ausbildung von Funktionen und Strukturen zu höheren Ordnungen handelt es sich um eine Frage, die Wissenschaft und Philosophie schon immer beschäftigt hat: Wie entsteht aus etwas Ungeordnetem, einer Anhäufung von Elementen, etwas Ganzes, Geordnetes, Neues, das sich aus den Eigenschaften der Teile nicht mehr erklären lässt? Prozesse der Ordnungsbildung (und des Ordnungsverlustes) in Systemen ganz unterschiedlicher Qualität (physikalisch, chemisch, biologisch, sozial) sollten in einem Systemmodell beschreibbar und begreifbar sein.
Die Leitidee dieses Systemverständnisses übertragen auf das Soziale bedeutet, dass in sozialen Systemen die jeweilige Ordnung, die Regeln, Normen, Strukturen usw. nicht von den beteiligten Akteuren gemacht werden, sondern dass sie in einem rückbezüglichen Prozess entstehen. Die jeweilige Umwelt sowie die beteiligten Personen stehen mit der Zeit etwas Drittem gegenüber, das sie als – innerhalb gewisser Grenzen – ihnen gegenüber autonom und vor allem unberechenbar und nicht vorhersagbar erleben. Die jeweilige Gruppe und Organisation wird zwar von den Beteiligten zunächst weitgehend planmäßig aufgebaut und gestaltet, zugleich entwickelt sie sich aber zu einem von ihnen und ihrem Einfluss mehr oder weniger abgelösten und autonomen Dritten. Es entsteht eine Ordnung, die mehr ist als die bewusst gemachte und intendierte.
Die Perspektive der Selbstorganisation ist somit ein „Programm“ zur Veränderung der Wahrnehmung sozialer Systeme, zu vergleichen mit dem „Wahrnehmungsprogramm“ systemischer Therapie. Es lenkt die Aufmerksamkeit auf die Potenziale und Ressourcen von Personen und Systemen sowie auf die Kommunikationsstrukturen und Prozesse zwischen den Beteiligten – im Gegensatz zur Wahrnehmung individueller Defizite und Pathologien.
Die für Supervision wichtigsten Konzepte sind die sogenannte Personale Systemtheorie in der Tradition Gregory Batesons und die „Kommunikationsorientierte Systemtheorie“ nach Niklas Luhmann. Diese begriffliche Unterscheidung hängt mit den unterschiedlichen Definitionen der Elemente eines Systems zusammen, einerseits sind es (auch) Personen, andererseits Kommunikationen.
