Training
Organisationsentwicklung
Personalentwicklung
Supervision
Systemausschnitt
In eine Beratung kann immer nur ein Ausschnitt des Systems einbezogen werden. Die Beratenden und die Beauftragenden müssen entscheiden – und sich darüber verständigen –, wo jeweils die Grenzen gezogen werden. Dies gilt sowohl für die Diagnose als auch für die Intervention. Als Extreme können zwei Pole bezeichnet werden: Der Blick der Beraterin/des Beraters richtet sich ausschließlich auf das Individuum als kleinstmöglichen Systemausschnitt. Folgerichtig werden die Probleme ausschließlich als solche des Einzelnen verstanden und auch beraten. Dieser Systemausschnitt ist die Regel bei Trainingsmaßnahmen: Wenn der/die Einzelne bestimmte Kompetenzen verbessert oder zusätzlich erwirbt, dann werden die Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, die zu einer Entsendung in das Training führten, sich verringern oder verschwinden.
Am anderen Ende des Spektrums findet sich die Vorstellung, man müsse immer die ganze Organisation in den Blick nehmen, möglichst auch ihre Kunden, ihre Klientinnen, ihre Mitbewerberinnen oder Geldgeber. Nur dann sei es möglich, die Probleme zu verstehen und anzugehen. Damit ist der Systemausschnitt sehr groß gewählt; durch die Vielfalt der Interdependenzen und die Fülle der zu verarbeitenden Informationen wächst die Komplexität erheblich, und es bedarf anderer Theoriebausteine, um das Geschehen zu verstehen und zu beeinflussen.
In allen Beratungen, Coachings und Supervisionen müssen sich die Beratenden fragen, ob sie den Systemausschnitt sinnvoll gewählt haben: Können sie und ihre Klientinnen und Klienten mit dieser Wahl das Geschehen verstehen? Eröffnen sich Handlungsmöglichkeiten?
Mehr lesen: Simon, Fritz B. (2015): Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus. Heidelberg: Carl-Auer Verlag.
