Supervision

Supervision ist ein Beratungsformat, das erstmals vor etwa 100 Jahren in der Sozialarbeit in einigen Großstädten der USA angewendet wurde. Anfänglich galt sie als ein beobachtendes und kontrollierendes Verfahren, mit dem die beruflichen Kompetenzen von Professionellen der Sozialarbeit entwickelt werden sollten. Inzwischen hat die Supervision (und ähnliche Verfahren) beinahe alle Länder der Welt erreicht, in denen die Qualität der Berufsarbeit, die personengebundene berufliche Rollenkompetenz, das kommunikative Handeln, die selbstkritische Haltung, Teamarbeit und Organisationsentwicklung besondere Bedeutung haben. Das trifft hierzulande auf alle kundenorientierten Dienstleistungsbereiche zu, auf die psychosozialen, administrativen, medizinischen, pädagogischen und sonstigen marktorientierten, aber auch auf gewinnorientiert arbeitende Wirtschaftsbetriebe.

Heute gilt Supervision als ein systematisches, ganzheitliches, reflexives Verfahren, das ausgebildete Supervisorinnen und Supervisoren bei ihrer Tätigkeit einsetzen. Sie findet in einer vertrauensvollen, geschützten Atmosphäre statt. Im Mittelpunkt steht die Analyse des Verhaltens und Handelns der Supervisandinnen und Supervisanden in ihrer Organisation und in ihrem Arbeitsbereich, bezogen auf ihre Funktion, Rollen und strukturelle Eingebundenheit. Supervision basiert auf wissenschaftlich begründeten Theorien (Verhaltens- und Organisationstheorien) und auf nachgewiesenen Methoden. Ihre Formen sind die Einzelsupervision, Gruppensupervision und Leitungssupervision (Coaching). Der Berufsverband der Supervisorinnen und Supervisoren ist die Deutsche Gesellschaft für Supervision (DGSv) mit Sitz in Köln.