Gruppensupervision und Intervision

Gruppensupervision wird meist für Fachkräfte mit ähnlicher Tätigkeit oder für Führungskräfte auf einer ähnlichen Hierarchiestufe, aber aus unterschiedlichen Organisationen angeboten. Dabei können individuelle Fragestellungen hinsichtlich der eigenen Rolle, Entscheidungen, Konflikte und Ähnliches besprochen werden. Der Vorteil der Gruppensupervision liegt in der möglichen großen Offenheit, da keine beruflichen Abhängigkeiten bestehen („stranger lab“) – anders als in einer Inhouse-Supervisionsgruppe. Gleichzeitig bringt die Vielfalt der Wahrnehmungen und Erfahrungen der Gruppenmitglieder in vergleichbaren (Führungs)Positionen viele kreative Ideen hervor und unterstützt das Peer-Lernen. In der Gruppensupervision wird an Fällen gearbeitet Fallsupervision).

Zu beachten ist bei der Gruppensupervision die Gruppendynamik, oft treten Resonanzphänomene des expliziten Themas und der aktuellen spürbaren Dynamik in der Gruppe auf (Ebenenwechsel,  Spiegelphänomen). Zum Beispiel kann der Konflikt in einer Arbeitsbeziehung eines Teilnehmers, der als Fallthema zum Tragen kommt, eine deutlich wahrnehmbare Spaltung im „Hier und Jetzt“ der Supervisionsgruppe verursachen.

Intervision

Die lateinische Vorsilbe „inter“ bedeutet „zwischen“, „unter“. In der Beratung wird „Intervision“ als kollegiale Beratung verstanden im Unterschied zu Supervision oder Coaching mit einem externen Berater. Themen der Intervision können sein: schwierige Situationen mit Kundinnen und Klient:innen, Entwicklung der eigenen Professionalität, fachlicher Austausch und Vernetzung. Die optimale Gruppengröße liegt bei vier bis acht Personen.

Intervision ist mittlerweile ein bewährtes Instrument der Qualitätssicherung und fester Bestandteil in Aus- und Weiterbildungen. Der Ablauf von Intervisionssitzungen oder kollegialen Beratungen orientiert sich an den verschiedenen Phasen der Fallbesprechung, zum Beispiel in Balintgruppen.

Zur bewährten Struktur einer Intervision (Kollegiale  Beratung)

Chancen der Intervision:

  • Ressourcenschonend das professionelle Handeln weiterentwickeln.
  • Handlungsstrategien in schwierigen Arbeitssituationen entwerfen.
  • Diskutieren und Theorie aneignen.

Risiken der Intervision:

  • Wichtige, aber heikle Themen werden nicht besprochen.
  • Der Gruppenprozess verhindert die Arbeit an den Themen, kann aber ohne äußere Hilfe nur schwer reflektiert werden.

Mehr lesen: Weigand, Wolfgang (2015): Die Gruppe als Resonanzraum und Mittel zur Beratung. In: Edding, Cornelia/Schattenhofer, Karl (2015): Handbuch: Alles über Gruppen, 2. Auflage, Weinheim und Basel: Beltz, S. 238–249