Systemtheorie

König/Volmer unterscheiden für die Erklärung menschlichen Handelns vier grundlegende Modelle (vgl. König/Volmer, 1996):

  • Das Eigenschaftsmodell geht von relativ stabilen persönlichen Eigenschaften aus.
  • Das Maschinenmodell glaubt, dass Menschen ähnlich wie Maschinen funktionieren.
  • Im Handlungsmodell macht sich der Mensch ein Bild der Situation und entscheidet bewusst entsprechend der Bedeutung, die er diesem Bild gibt.
  • Das Systemmodell richtet die Aufmerksamkeit weniger auf den Einzelnen, als auf das gesamte (soziale) System: Team, Abteilung, Organisation, Familie (vgl. dies. 1996, S. 11 ff.).

Folgende Richtungen innerhalb der Systemtheorie lassen sich heute unterscheiden:

  • Die technisch-kybernetische Richtung: Paradebeispiel für diesen Systembegriff ist der Thermostat. Insbesondere Ulrich, Probst und Malik in der sogenannten St. Gallener Schule verwenden dieses technisch-kybernetische Modell auch zur Analyse und bei der Beratung von Organisationen.
  • Die biologisch-ökologische Richtung: Insbesondere Bertalanffy und Capra entwickeln diesen Systembegriff anhand von Beispielen aus der Biologie, beispielsweise Zelle und Organismus, oder wie Vester mit Beispielen aus der Ökologie. Die Konzepte des „evolutionären Managements“ wollen diesen Systembegriff auf Organisationen übertragen.

In beiden Richtungen wird ein System definiert aus:

  • einzelnen Elementen,
  • aus Rückkoppelungsprozessen zwischen diesen Elementen und
  • einer Grenze gegenüber der Systemumwelt.

Erweitert wird der technische Systembegriff durch die Möglichkeit der Evolution, die biologisch-ökologische Systeme haben. Biologische Systeme entstehen, entwickeln sich und passen sich an, bis sie vergehen.

Eine weitere Richtung innerhalb der Systemtheorie fokussiert die Selbstorganisation. Die Synergetik, die „Lehre vom Zusammenwirken“ stellt laut Schiepek die derzeit am weitesten ausgearbeitete und empirisch fundierte Theorie dar.