Training
Organisationsentwicklung
Personalentwicklung
Supervision
Adressaten-/Produktebene und Felddynamik
Neben der internen Dynamik, die sich aus einer Gefährdung der Ressourcenversorgung ergeben kann, können auch in „ruhigen Zeiten“ wesentliche Einflüsse aus dem Produkt, dem primären Zweck, auf die interne Dynamik in der Organisation wirken. Nach Gerhard Schwarz liegt vielen Konflikten in Organisationen die Widersprüchlichkeit der Produkte, die sie vertreiben, zugrunde. Diese Widersprüchlichkeit werde dann von unterschiedlichen Teilen der Organisation in Konflikten inszeniert. Am Beispiel von Versicherungen zeigt er einen solchen Widerspruch auf, und zwar den zwischen Sicherheit und Freiheit, der zwischen unterschiedlichen Abteilungen einer Versicherungsgesellschaft einen Konflikt verursachte. In seinem Buch über Konfliktdynamik beschreibt er seine Erfahrung mit solchen Konflikten, die erst lösbar wurden, nachdem die inhärente Produktdialektik reflektiert wurde (vgl. Schwarz 1995, S. 264 ff.).
Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Kultur einer Organisation beeinflusst, ist die typische Dynamik im System der Klientinnen/Klienten oder Kund:innen, mit dem die Organisation oder Abteilung arbeitet. Wie in der Supervisionsliteratur an vielen Stellen herausgearbeitet (vgl. Pühl 1994) wirkt die (mehr oder weniger bewusste) Thematik des Klientels quasi „ansteckend“ auf die mit ihnen arbeitenden Personen. Zum Beispiel spielt in Organisationen der Suchthilfe das Thema, Grenzen ziehen zu können, oft eine besonders wichtige Rolle, oder in der Behindertenhilfe, das Thema die Mitarbeiter:innen nicht nur zu fördern, sondern auch zu fordern.
Mehr lesen: Pühl, Harald (Hg.) (1994): Handbuch der Supervision 2, Berlin: Wissenschaftsverlag V. Spiess.
Schwarz, Gerhard (2013): Konfliktmanagement. Sechs Modelle der Konfliktlösung, 2. Auflage, Wiesbaden: Gabler.
