Training
Organisationsentwicklung
Personalentwicklung
Supervision
Perspektivwechsel
Wenn es um das Verstehen von Menschen und zwischenmenschlichen Situationen geht, haben alle Berater:innen ihre Lieblingsperspektive. Die einen schauen erst einmal auf das Individuum. An ihm entzündet sich ihre Fantasie, sein Verhalten produziert Einfälle und Hypothesen. Die Theoriebausteine (→ Verfahren), mit denen sie arbeiten und die sie gern verwenden, stellen das Individuum in den Mittelpunkt. Andere fühlen sich beim Studium der Interaktion auf vertrautem Terrain. Sie schauen darauf, was sich zwischen den Beteiligten abspielt, welches Klima zwischen ihnen herrscht und welche Spannungsfelder und Konflikte sich abzeichnen. Wieder andere sehen die Protagonisten erst einmal eingebettet in Strukturen, in gesetzliche Vorgaben, in Unterstellungsverhältnisse. Organisationale Bedingungen sind ihr Lieblingszugang, um zu verstehen.
Diese Lieblingsperspektive hat eine Geschichte und sie hat Gründe. Anstatt sich also die eigene Beschränktheit vorzuwerfen, ist es interessant herauszufinden, was es mit diesem Blickwinkel auf sich hat, wie er sich in die eigene Lebensgeschichte und berufliche Entwicklung einfügt.
Über die Selbstreflexion hinaus ist es sinnvoll, den gezielten, absichtsvollen Wechsel der Perspektive auszuprobieren und zu üben. Was passiert, wenn ich eine Situation einmal als Ausdruck und Konsequenz der jeweiligen Persönlichkeit verstehe? Oder wenn ich das Verhalten Einzelner als Ausdruck der herrschenden Organisationskultur sehe? Oder wenn ich die Probleme eines Chefs, sich durchzusetzen, als eine Folge der bestehenden Teamdynamik anschauen?
Der so verstandene Perspektivwechsel eröffnet Berater:innen und Klient:innen zusätzliche Verstehens- und Handlungsmöglichkeiten.
